12. Die EVP – verlässliche Partnerin für eine zukunftsgerichtete Kirchenpolitik

Der biblische Auftrag für christliche Kirchen (Landes- und Freikirchen) ist die Verkündigung des Evan-geliums in Wort und Tat. Aus diesem Grund haben die Kirchen auch einen Dienst in und an der Ge-sellschaft zu leisten. Das rechtfertigt es, dass der Staat ihnen positiv begegnet und ihre Tätigkeit an-erkennt.

12.1. Partnerschaft zwischen Staat und Kirchen

Eine vollständige Trennung zwischen Staat und Kirchen lehnt die EVP ab. Der Staat und die grossen christlichen Kirchen sollen Partner bleiben. Die Landeskirchen erfüllen – dank ihrer Grösse mehr noch als alle anderen Kirchen – gesamtgesellschaftlich wichtige Aufgaben im sozialen und kulturellen Be-reich. So bilden sie als Sinn stiftende und Gemeinschaft fördernde Institutionen Gegengewichte zur zunehmenden Individualisierung und Entsolidarisierung der Gesellschaft und wirken dem Wertezerfall, der Vereinzelung und der Unverbindlichkeit entgegen. Von den Kirchen getragene Foren, Diskussi-onsplattformen und Bildungsveranstaltungen fördern die Mitverantwortung in ethischen Fragen und sind deshalb unterstützungswürdig.

Die EVP steht zudem dafür ein, dass die grossen christlichen Kirchen gestützt auf die kürzlich erlas-sene neue Kirchengesetzgebung weiterhin ihren Auftrag der religiösen Erziehung der Kinder und Ju-gendlichen erfüllen können. Innerkirchlich geschieht dies im konfessionellen Unterricht. In den Schu-len wird diese Aufgabe durch die Darstellung des Christentums im Rahmen des neuen Fachs Religion und Kultur erfüllt, wobei die EVP grossen Wert darauf legt, dass das Christentum als das unser Land prägendes Bekenntnis und nicht nur als eine Religion unter vielen dargestellt wird.

Die zahlreichen christlichen Freikirchen ergänzen die Angebote der Landeskirchen in vielfältiger Art und Weise. Sie bejahen das christliche Erbe unseres Landes vorbehaltlos und verdienen es daher auch, dass der Staat ihnen positiv begegnet.

Die EVP fordert:

  • Gute Zusammenarbeit von Landeskirchen, Freikirchen und Staat
  • Zugang auch für freikirchliche Mitarbeiter zu Gefangenen und Kranken.

12.2. Den Sonntag heiligen

Für die EVP gehört nicht zuletzt auch das Festhalten am Sonntag als Ruhetag zu den zentralen Errungenschaften christlicher Kultur. Dabei hat der Sonntag als gemeinsamer Tag der Erholung und Besinnlichkeit, des Familienlebens, der Begegnung und der Pflege von Traditionen eine weit über die Ermöglichung des Gottesdienst-Besuches hinausgehende gesellschaftliche Bedeutung. Er darf daher nicht dem Konsum und dem Markt geopfert werden.