4. Die EVP – verlässliche Partnerin für eine moderne Bildungspolitik

Der Mensch zeichnet sich anderen Lebewesen gegenüber durch seine hohe Lernfähigkeit aus. Um zu vermeiden, dass er sie egoistisch nur zum eigenen Nutzen einsetzt, ist es Aufgabe von Erziehung und Bildung, ihm ethische Wertmassstäbe mitzugeben, die ihn zur Rücksichtnahme auf schwächere Mitmenschen und auf das Gesamtwohl befähigen.

4.1. Bildung harmonisieren und Mängel an Lehrpersonen beheben

Die Harmonisierung der Volksschule zwischen den Kantonen ist durch den eidgenössischen Bil-dungsverfassungsartikel vorgezeichnet. Der Kanton Zürich hat mit der Einführung des neuen Volksschulgesetzes den Verfassungsauftrag in grossen Teilen bereits erfüllt. Bei der inhaltlichen Harmonisierung steht aber mit der Schaffung eines gemeinsamen Deutschschweizer Lehrplans noch eine sehr heikle Aufgabe bevor.

Dafür steht die EVP ein:

  • Der Deutschweizer Lehrplan soll ein schlankes Rahmenkonzept mit verbindlichen Eckwerten sein.
  • Die kantonalen Lehrpläne sollen flexibel gestaltet werden können. Bei den Lektionentafeln ist Spielraum zu gewähren, damit der Unterricht auf die spezifischen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler ausgerichtet werden kann.

Von zentraler Bedeutung für die Schulqualität ist die Personalfrage. Der seit Jahren andauernde struk-turelle Mangel an Lehrpersonen bleibt die grösste Herausforderung für die Bildungspolitik. Die Attrak-tivität des Lehrerberufs muss durch geeignete Massnahmen erhöht werden. Die pädagogische Arbeit muss in unserer Gesellschaft einen deutlich höheren Stellenwert erhalten.

Dafür steht die EVP ein:

  • Die harmonisierte Lehrerbildung ist einer gründlichen Prüfung zu unterziehen. Die Studierenden der Pädagogischen Hochschule sind vermehrt auf ihre künftige Klassenführungsfunktion vorzubereiten.
  • Die Lehrerausbildung für Generalisten ist neben einem wissenschaftlichen Studium in zwei Fächern durch einen breiteren Fächerkatalog mit entsprechender Lehrberechtigung zu erweitern.
  • Die Rahmenbedingungen in den Schulen und ihrem Umfeld müssen nachhaltig verbessert werden, sodass die Lehrpersonen ihr Hauptaugenmerk wieder auf die Unterrichtstätigkeit richten können.
  • Die Zahl der Reformbaustellen ist zu reduzieren und die laufenden Projekte sind im Hinblick auf ihre Praxistauglichkeit zu überprüfen.

4.2. Frühförderung vor dem Kindergarten spielerisch ausgestalten

Da Kinder bereits im frühesten Alter entscheidende Entwicklungsschritte machen, ist dafür zu sorgen, dass Angebote zur Frühförderung unterstützt werden. Mit der zweijährigen Besuchspflicht und der Integration des Kindergartens ins Volksschulsystem ist der Kindergarten in der Bildungslandschaft aufgewertet worden. Die EVP ist überzeugt, dass eine sanfte Weiterentwicklung des Kindergartens mit mehr Halbklassenunterricht und mehr Lehrpersonal möglich ist.


Dafür steht die EVP ein:

  • Angebote zur Förderung von Kindern und ihrer Eltern im Vorschulalter werden unterstützt. Direkte Hilfe brauchen vor allem Eltern, die nicht fähig sind, ihre Kleinkinder dem Alter entsprechend zu fördern.
  • Vor einer allfälligen Einführung der Grundstufe (umfassend 2 Jahre Kindergarten und 1. Klasse Primarschule) ist zu prüfen, wieweit ein weiterentwickelter Kindergarten mit mehr Halbklassenunterricht, aber weniger organisatorischem Aufwand den Auftrag des spielenden Lernens erfüllen kann.
  • Die Pflege und Förderung der Mundart ist von zentraler Bedeutung für unsere kulturelle Identität und muss in der Ausbildung der Kindergartenlehrpersonen einen wichtigen Platz einnehmen.
  • Die Schriftsprache ist in der Regel nur spielerisch und nicht im Sinne eines Programms ergänzend anzuwenden.

4.3. Volksschule umfassend fördern

In den Primarschulklassen ist eine massvolle Individualisierung des Unterrichts zweckmässig. Der gemeinschaftsbildende Klassenunterricht darf dabei nicht vernachlässigt werden.

Dafür setzt sich die EVP ein:

  • Kleinere Klassengrössen und genügend Halbklassenunterricht für die individuelle Förderung.
  • Stärkere Entlastung von Lehrpersonen in Klassenführungs-Funktionen durch Reduktion der Pflichtstundenzahl.
  • Einbezug erfahrener Lehrpersonen in der didaktischen Konzeptionsphase bei der Entwicklung neuer Lehrmittel.
  • Führen von Kleinklassen für Schüler und Schülerinnen mit auffälligem Verhalten als Ergänzung zur Integrativen Schulungsform.
  • Schaffung regionaler Kleinklassen mit Tagesstrukturen als mögliche Alternative zur kostspieligen Sonderschulung.
  • Gut durch Lehrpersonen oder andere Fachleute betreute Aufgabenhilfe mit täglichen Fixzeiten in jedem Schulhaus, sowie die Einrichtung von Tagesstrukturen bei Bedarf.

4.4. Ausbildungsstandards in weiterführenden Schulen erhalten und verbessern

Um im internationalen Wettbewerb mithalten zu können, muss die Schweiz auf allen Stufen des Bil-dungswesens (Berufsschule, Mittelschule, Hochschule, Weiterbildungskurse) ein hohes Niveau halten und dieses noch ausbauen. Der bewährte Weg über die Berufsbildung als eigentliches Erfolgsmodell unseres Bildungssystems ist durch die Förderung der Berufsmaturität und den Ausbau der Fachhoch-schulen zu stärken.

Dafür tritt die EVP ein:

  • Bessere Rahmenbedingungen für die Berufsmittelschulen und die Auszubildenden.
  • Die Fachhochschulen sind weiter auszubauen.
  • Der Zugang zur Universität muss mit der gymnasialen Matur gewährleistet bleiben (keine Zugangsbeschränkungen).