15. Die EVP - verlässliche Partnerin für eine differenzierte Ausländerpolitik

Im Verhalten gegenüber dem Fremden reagieren die Menschen gegensätzlich: neugierig, gastfreundlich, aufnahmebereit im einen Fall, ablehnend, ausgrenzend, abweisend im andern. Die Schweiz hat als Durchgangs- und Asyl-Land wie auch als Auswanderungs-Land eine alte Tradition im Umgang mit Fremden und mit der Fremde. Diese Erfahrung gilt es zu nutzen und dabei daran zu denken, dass Gastfreundschaft und Offenheit gegenüber dem Fremden biblische Werte darstellen und eine Gele-genheit bieten, christliche Nächstenliebe zu leben.

15.1. Ausländerinnen und Ausländer fair behandeln

Im internationalen Vergleich ist der Ausländeranteil in der Schweiz sehr hoch. Dabei sind jedoch verschiedene Aufenthaltsformen zu unterscheiden.

Die EVP fordert:

  • Kurzfristig legal anwesende ausländische Staatsangehörige sind als Gäste zu behandeln
  • Die langfristig legal anwesenden Ausländern und Ausländerinnen sollen unsere Sprache lernen und sich integrieren. Die dafür nötige Unterstützung ist sicherzustellen.
  • Über Asylgesuche ist rasch und fair zu entscheiden. Bei Härtefällen darf unser Land offen sein. Missbrauch des Asylrechts erfordert jedoch ein konsequentes Handeln der Behörden.
  • Ausländer und Ausländerinnen ohne Anwesenheitsrecht sind nach Massgabe der gesetzlichen Bestimmungen so schnell wie möglich aus der Schweiz auszuschaffen.

15.2. Fördern und Fordern

Integration ist eine zweiseitige Angelegenheit. Die EVP ist überzeugt, dass für einen erfolgreichen Integrationsprozess zu fördern und zu fordern ist. Integration ist nicht Assimilation: Ausländer müssen ihre kulturelle Identität nicht aufgeben. Wir erwarten von ihnen jedoch Achtung vor den zentralen Grundwerten unserer Gesellschaft, so etwa die Befolgung der Rechtsordnung einschliesslich der Rechte der Frau, Verzicht auf körperliche und psychische Gewalt, loyales Verhalten im Umgang mit Behörden und mit den typisch schweizerischen Alltagsgepflogenheiten, sowie Treu und Glauben im Geschäftsverkehr. Als Gastland heissen wir in diesem Sinne Menschen willkommen und nehmen sie in unsere Gesellschaft auf.

Vom Staat erwarten wir:

  • Bereitstellen von Sprachkursen für Erwachsene
  • Information über unsere Gegebenheiten und Erwartungen
  • Besondere Förderung fremdsprachiger Kinder in den Schulen und in Spielgruppen
  • Kleinklassen bei einem hohen Anteil fremdsprachiger Kinder
  • Förderung der Deutsch- und Analphabeten-Kurse, insbesondere auch für Frauen aus anderen Kulturen.

15.3. Für Einbürgerungen offen

Die Hälfte der in der Schweiz lebenden Ausländer ist hier geboren oder lebt schon länger als 10 Jahre bei uns. Die EVP lädt alle Ausländerinnen und Ausländer, die integriert sind und die formalen Voraus-setzungen erfüllen, zur Einbürgerung ein. Die EVP wird mithelfen, für diese Menschen bestehende Hürden zur Einbürgerung abzubauen. Urnenabstimmungen über Einbürgerungsgesuche lehnt die EVP ab.

Die EVP fordert:

  • Übertragung des Einbürgerungsentscheids von der Gemeindeversammlung auf eine Behörde.

15.4. Asylsuchende und Flüchtlinge vor Verfolgung und Not schützen

Flüchtlingen aus Krisengebieten kann und soll unser Land vorläufigen Aufenthalt und wenn möglich den Erhalt der Familienbande gewähren. Dies gilt auch für Menschen, die nicht aus unserem Kulturkreis stammen.

Die EVP tritt auf allen politischen Ebenen für eine Haltung von Akzeptanz und Solidarität ein und bekämpft nationalistische, generell fremdenfeindliche Aktionen und Parolen. Sie setzt sich für eine an-gemessene Öffnung der Schweiz gegenüber Einwanderungswilligen ein.